BILLIGE MUSIK
26.11.2025 · 20h
SOIRÉE SONIQUE *98
Grafische Musik
von
Ilja Tschachnik
Heiner Binding
Hermann Johann Abrell
Norbert Steins
mit
Heni Hyungjung Kim/Köln (Klarinette)
Matthias Muche/Köln (Posaune)
Astrid Bardenheuer/Köln (artothek)
Norbert Steins/Köln (Saxophon)
Joker Nies/Leidersbach (Elektronik)
Dass Musik durch Geld erst richtig schön wird, mag für SCHLECHTE MUSIK (2020), KAPUTTE MUSIK (2023) und vielleicht auch für die BÖSE MUSIK (2024) gelten, für BILLIGE MUSIK (2025) passt es kaum. Aber auch das Gegenteil – je billiger, desto hübscher – greift hier nicht, denn billige Musik ist ja keine freiwillige Angelegenheit oder Leistung. Es gilt, den ‚Gürtel enger zu schnallen‘, was sicherlich recht ist, billig ist es auf keinen Fall, jedenfalls nicht auf mittlere Sicht und auf lange sowieso nicht. Denn alles, was wir heute einsparen und billig machen, ist morgen schon schlecht, übermorgen kaputt und wird überübermorgen böse enden.
Dennoch ist es ein Planspiel wert, diese Spirale von hinten zu denken: Nehmen wir dazu den gemeinen Laubsauger: in der Schweiz ist er bereits verboten (letztendlich böse), vorher wirbelt mehr Staub auf, als er Reinheit schafft (Lunge kaputt), davor lärmt er gräßlich und benötigt unnötig viel Energie (wie schlecht!) und alles nur, um Personal und Zeit zu sparen (super = billig).
Wir sehen, dass ‚billig‘ lediglich eine Bezeichnung für ‚Kostenverlangerung‘ ist. Und hier fängt der Spaß an: denn billig muss nicht unbedingt teuer sein! So lasst uns auf dem Kanon surfen, nur das wirklich Neue erschaffen (Raider heißt jetzt Twix), den Schnickschnack weglassen (ohne Titel, ohne Farben, ohne Längen) und lasst uns tief und intensiv eintauchen in die billigste Musik, die aktuell in unserer Stadt zu bekommen ist. Ach ja, bei höchster Qualität versteht sich.
Übrigens, mit billig verhält es sich, wie mit der Freiheit: nur wenn ich nix habe, bin ich wirklich frei. Oder andersherum: je mehr man Dir wegnehmen kann, desto unfreier bist Du, sorry.
Womit wir aber noch nicht gerechnet haben, ist die Dummheit (der Dinge, der Menschen, der Musik).
Aber DUMME MUSIK kommt sicherlich auch bald, versprochen!
LTK4
ILJA TSCHACHNIK
O.T. (1921-1927/1978)
Siebdruck 48 x 66,7 cm
Matthias Muche/Posaune
LTK3
HEINER BINDING
o.T. (1996)
Lithografie, Leimfarbe 61,1 x 60,8 cm
Heni Hyungjung Kim/Klarinette
LTK2
HERMANN JOHANN ABRELL
o.T. (1972)
Kreidelithografie 61 x 49 cm
HERMANN JOHANN ABRELL
o.T. (1975)
Lithografie 63,9 x 49,8 cm
Heni Hyungjung Kim/Klarinette
Matthias Muche/Posaune
LTK1
NORBERT STEIN
Pata Signs (2025)
14 grafische Module 21 x 29,7
Norbert Stein/Saxophon
Joker Nies/Elektronik
Gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln
Mit freundlicher & fachlicher Unterstützung der artothek | Raum für junge Kunst | Köln

